Die Freiwillige Feuerwehr unterstützt | Juni 2022

von Holger Nicolay

Lions Club Hochheim-Flörsheim, Foto: Helmut Schön

Das Angenehme mit dem Nützliche zu verbinden wusste der scheidende Lions-Präsident Alexander von Renz, als er an einem der letzten Samstage seiner Präsidentschaft 2021/22 zur Freiwilligen Feuerwehr Hochheim eingeladen hatte.

 

Dort präsentierte Oberfeuerwehrmann Thomas Moravek dem Lions Club Hochheim-Flörsheim die aktuelle Ausrüstung der Wehr ebenso wie deren Trainingsmöglichkeiten im eigenen Haus. Der Termin war bewusst so gewählt worden, dass daraus ein drei Generationen interessanter Familiennachmittag für die Hochheim-Flörsheimer Lions wurde.

 

Zum Abschied hatte Alexander von Renz einen Förderbeitrag von 500 Euro für die Hochheimer Jugendfeuerwehr mitgebracht, die er Thomas Moravek (links) im Kreise der Lions-Familien feierlich überreichte.


Das Gedenken Gefallener zeitgemäß bewahren | Mai 2022

Mahnmal Historie

von Holger Nicolay

Dieser Tage wurde das Mahnmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs auf Einladung der Stadt Hochheim am Main wieder eingeweiht, um die umfangreiche Sanierung durch die Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim und den Lions Club feierlich zu würdigen. Deren vorbereitungs- und kostenintensives Projekt hatten Alexander von Renz vom Lions Club Hochheim-Flörsheim und Klaus Umstätter von der Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim seit Juli 2020 gemeinsam unter Beteiligung der Stadt Hochheim entwickelt, um so das Andenken an die in den Weltkriegen getöteten Hochheimer Bürger zu bewahren.

Heute präsentiert sich das Mahnmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs zeitgemäß als bescheidene, gemauerte Säule, die von Gedenksteinen für die Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkriegs umgeben ist. Sie zeugt von der Grausamkeit und dem Leid eines jeden Krieges, denn auf den beiderseits in die Säule eingelassenen Sandsteinplatten finden sich Gefallene mit bekannten Hochheimer Familiennamen. Genau 125 Gefallene hatte Hochheim, das im Jahr 1914, also zu Beginn des 1. Weltkriegs, nur über 4063 Einwohner verfügte, zu beklagen.

Alexander von Renz zeigt den Sanierungsbedarf

Nicht immer hatte Mahnmal seine heutige Form, die sich klein, bescheiden und von Bäumen umrandet unterhalb von Weinbergschule und Pfarrkirche St. Peter und Paul an den Rand der Weinberge schmiegt.

Zum Sanierungs-Auftakt hatten die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim für den Lions Club Hochheim-Flörsheim umfangreiche historische Recherchen angestellt und Bildmaterial gesammelt: Wer ein aus den 1930er Jahren stammendes Mahnmal-Foto sieht, mag kaum glauben, dass dies in Hochheim aufgenommen ist. Die Wuchtigkeit des damaligen Mahnmals für die Gefallenen des 1. Weltkriegs als breit angelegtes Monument mit Vorplatz aus großformatigen Bodenplatten, vom Fotograf zudem in geeigneter Perspektive besonders pompös in Szene gesetzt, lässt den Betrachter eher an national-sozialistische Protzbauten in Berlin, München oder Nürnberg denken, als dieses in der hiesigen beschaulichen Weinstadt zu verorten.


Aus dem kriegsverherrlichenden Protzbau der 1930er Jahre ist ein Mahnmal für die Gefallenen beider Weltkriege geworden, das seit den 1960er Jahren ohne die Wucht der für die Nazi-Diktatur so typischen Architektur auskommt.

Heute trägt die gemauerte Säule in der Mitte des kleinen Platzes zwei Sandsteinplatten mit den Namen gefallener Hochheimer des 1. Weltkrieges. Elisabeth Bratsch von der Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim hat mit viel Expertise alle Toten erfasst sowie deren Lebensdaten, Rang und Regiment recherchiert: Unter den insgesamt 125 Gefallenen stehen die Namen derjenigen jüdischen Glaubens gleich neben den christlichen Hochheimern. Auch macht das Mahnmal bei den Mannschaftsgraden keinen Unterschied: Die Wehrmänner, Kanoniere und Musketiere finden sich neben den Offizieren aufgeführt.

Bekannte Hochheimer Namen wie Weilbächer und Luschberger, Treber und Stichel sind dort zu finden, aber auch die Familien Siegried, Simon und Enders hatten oftmals gleich mehrere Tote zu beklagen. 125 Gefallene bei nur gut viertausend Einwohnern Hochheims im Jahr 1914 geben Zeugnis ab vom unsäglichen Leid des Unsinns Krieg.

Udo Möller und Alfred Schlosser seitens der Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim wissen weiterhin von den Gefallenen und Vermissten des zweiten Weltkriegs zu berichten: Deren viel größere Anzahl findet sich auf liegenden Sandsteinplatten, die das Mahnmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs umringen. Ulrich Schulz, der Geschäftsführer des Steinmetzbetriebs Sauer GmbH aus Budenheim, hat mit seinen Mitarbeitern auch diese Sandsteinplatten gereinigt.

Umfangreichere Arbeiten standen aber beim Mahnmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs an, das ältere und viel beschädigtere Bestandteile aufweist: „Je intensiver wir uns mit den Schriftplatten beschäftigt haben, desto mehr sahen wir Hohllager. Oberflächen haben sich abgelöst, vielfach zeigten sich Risse und Abplatzungen“, meldete Ulrich Schulz den zuständigen Denkmalbehörden zurück.

In der Stadt Hochheim als Eigentümerin des Mahnmals fanden die Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim und der Lions Club Hochheim-Flörsheim stets offene Ohren für ihr Projekt. „Eine gute Sache“ sei das Engagement der beiden Hochheimer Vereine für den Erhalt der historischen Denkmäler, bestätigte Bürgermeister Dirk Westedt dem Projekt zuletzt beim Lions-Frühjahrsempfang.

Dass in den kommenden Wochen noch abschließende Restaurierungsarbeiten anstehen, liegt an der Komplexität der Denkmalschutzauflagen, die insbesondere die Arbeiten an den namenstragenden Sandsteinplatten des Mahnmals verzögerten. „Für diese Mehrkosten suchen wir noch Unterstützer, gerne auch aus denjenigen Familien, deren Kriegsopfer das Mahnmal gedenkt“, wirbt Lions-Präsident Alexander von Renz um weitere Spenden auf das Spendenkonto der Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim bei der Mainzer Volksbank unter DE26 551 900 00 0129999140.

Nicht sachgerechte Sanierungen aus der Vergangenheit müssen korrigiert werden

Frühjahrs-Konzert | 22. Mai 2022

Pomade und Posaune begeistern das Publikum

von Holger Nicolay

Zu einer musikalischen Zeitreise in die 20er, 30er und 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts hatte der Lions Club Hochheim-Flörsheim im Rahmen seines Benefizkonzerts in der Aula des Flörsheimer Graf-Stauffenberg-Gymnasiums eingeladen. Doch von alt wirkender Musik keine Spur, „Denis Wittberg und seine Schellack-Solisten“ verstanden es prächtig, den Stil der Goldenen Zwanziger mit seinem Wirtschaftsaufschwung nach dem Weltkrieg historisch authentisch und doch gleichsam modern zu interpretieren.

Den Auftakt des Konzerts gestaltete die Bigband des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums unter der Leitung von Musiklehrer Bernhard Frank. Dieser moderierte nicht nur die zwei Swing-Titeln und den Bossa Nova selbst an, er gab dem Publikum auch einen Einblick in die unter der Corona-Pandemie stark gelittene Probenarbeit seiner vorwiegend aus Blasinstrumente bestehenden Schülercombo. „Wir wollen uns die Probenpause nicht anmerken lassen“, gab Bernhard Frank augenzwinkernd bekannt und sollte damit Recht behalten, denn das Publikum belohnte den ersten Auftritt der Schüler-Bigband nach fast zweieinhalb Jahren Unterbrechung mit großem Applaus.

Denis Wittberg

Den Konzertauftakt hatte zu diesem Zeitpunkt bereits „All of Me“ von Seymour Simons und Gerald Marks gebildet, bei dem Josua Garthe mit seinem Gesang überzeugt hatte. Es folgte das zeitgenössische Instrumental „Song for San Miguel“ von Mike Steinel, ehe mit dem „Basin Street Blues“ von Spencer Williams, mitreißend gesungen von Carolin Califice, ein Klassiker so vieler Lions-Jazzkonzerte den Abschluss der Schülerdarbietung bildete. Mit Leon Wischert (Guitarre), Salome Haag (Tenorsaxophon), Katharina Hofmann (Flöte) und wiederum Josua Garthe (Posaune) wussten auch die Instrumental-Solisten zu überzeugen, so dass ihnen der bei Jazzkonzerten übliche Szenenapplaus sicher war.

GSG Bigband | Leitung: Bernhard Frank

Die Umbaupause zwischen der rund dreißig Schüler umfassenden Bigband und den neun Schellack-Solisten nutzte Lions-Präsident Alexander von Renz für die offizielle Begrüßung der weit über 250 Konzertbesucher und zahlreicher Ehrengäste. Mit Bürgermeister Dr. Bernd Blisch und Stadtverordnetenvorsteher Michael Kröhle war die Flörsheimer Seite prominent vertreten, mit dem ersten Stadtrat Hans Mohr und Stadtrat Olaf Lassalle war auch Hochheim trotz eines dort gleichzeitig stattfindenden weiteren Benefizkonzerts würdig repräsentiert. Als die Umbaupause länger als seine kurz gehaltene Begrüßung dauern sollte, nutzte Alexander von Renz die Zeit, um dem Publikum mehr über die Aktivitäten des Lions Clubs nahe zu bringen.

In die Blütezeit der deutschen Kunst, Kultur und Wissenschaft der 1920er Jahre fühlte sich alsbald das Publikum zurück versetzt, als Denis Wittberg mit seinen neun Schellack-Solisten in feinstem Zwirn die Bühne betrat. Musik, Auftreten und Zwischenmoderationen, ja selbst die Gestiken und Mimiken der Akteure, während sie gerade pausierten, folgten einem auf die Gesamtszenerie wohl abgestimmten Duktus.

Denis Wittberg & seine Schellack Solisten

Was folgte war in der ersten Konzerthälfte ein bunter Reigen an Tanz- und Schlagermusik der 1920er, 30er und 40er Jahre. Klassiker wie „Ich küsse Ihre Hand Madame“ und Skuriles wie „Das Mädchen mit den drei blauen Augen“ von Georg Kreisler fanden sich ebenso darunter wie das mit einer gehörigen Portion Selbstironie und einer fein abgestimmten Prise Klamauk vorgetragene „Mein Bruder macht im Tonfilm die Geräusche“. Kombiniert wurden diese „echten“ Titel des frühen vorherigen  Jahrhunderts mit zeitgenössischen Eigenkompositionen des Schellack-Pianisten Jörg Walter Gerlach, die ganz im Stile der 1920er-Jahre arrangiert waren: „Hallo süße Frau“ passte sich ebenso authentisch in das Programm ein wie die mit Nikolausmützen vorgetragene Rumba „Wär´ ich doch an Weihnachten auf Kuba“.

Nach der Pause betraten die Schellack-Solisten stilgerecht in weißen Dinnerjackets die Bühne. Etwas anderes als den Frack zum pomadigen Haar zu tragen wäre Denis Wittberg zu diesem Zeitpunkt niemals in den Sinn gekommen. Neben Klassikern wie die „Schöne Isabella von Kastilien“ bildeten vor allem Titel der „Neuen Deutschen Welle“ aus den frühen 1980er-Jahren, interpretiert im Stil der 1920er, die zweite Hälfte des Programms. Hubert Kahs „Sternenhimmel“, Nenas Welthit „Nur geträumt“ und Herbert Grönemeyers „Männer“ begeisterten als allseits bekannte, aber völlig neu arrangierte Titel das Publikum.


Einmal mehr machten die „Schellack-Solisten“ einem Abend lang ihrem Namen alle Ehre. Alle neun Begleiter Denis Wittbergs wussten an ihren Instrumenten zu brillieren, und das Gesamtprogramm war so clever zusammen gestellt, dass jedem Solisten auch wirklich ein Solo zuteil wurde. Im Mittelpunkt stand neben Denis Wittberg das „Fräulein Clara Holzapfel“ in zwei atemberaubenden Abendkleidern, deren oftmals stimmführende Violine natürlich große Solo-Anteile hatte. Doch selbst Christian Diederich an Schlagzeug & Percussion machte spätestens bei seinem Kastagnetten-Solo klar, dass er im Hintergrund mehr als nur trommelte. Jörg Walter Gerlach am Flügel hatten großen Anteil an den Arrangements, Jens Hunstein begeisterte neben Alexander Gärtner nicht nur an Saxophon und Klarinette, er ist auch der musikalische Leiter des Ensenbles. Jörg Mühlhaus (Kontrabass und Tuba) sowie Florian Hofmann (Gitarre) wussten aus dem Bühnenhintergrund zu brillieren. Daniel Reiter (Trompte) und Norbert Porth an Posaune und für den akustischen Spezialeffekt auch am Revolver spielten stimmgewaltig mit und sich auch das ein oder andere Mal in den Vordergrund.

Den Abschluss des Konzertes bildet die Zugabe „Mein kleiner grüner Kaktus“, ein Schlagerklassiker des frühen zwanzigsten Jahrhunderts schlechthin, der deshalb bei keinem Wittberg’schen Konzert fehlen darf. So humorvoll wie die gesamt Darbietung war auch der Abschlusstitel angelegt: Im Verlauf von „Schlafen geht das kleine Saxophon“ macht nicht nur das Saxophon Feierabend, es verlassen auch die anderen Instrumente peut à peut die Bühne.

Die Überschüsse dieses Benefizkonzerts mit „Denis Wittberg und seinen Schellack-Solisten“ fließen, wie alle Einnahmen des Lions Clubs Hochheim-Flörsheim aus seinen Benefizveranstaltungen, den sozialen und kulturellen Projekten des Clubs zu. So hatten die weit über 250 Konzertbesucher nicht nur einen unterhaltsamen wie musikalisch hochklassigen Abend verbracht, sondern auch Gutes wie beispielsweise zugunsten der Flörsheimer Ukrainehilfe und des Hochheimer Antoniushauses getan.


Lionswein und Konzertkarten auf dem Wochenmarkt | Mai 2022

Lions präsentieren sich auf dem Hochheimer Wochenmarkt

von Holger Nicolay

Zwischen Käse und Kaffee war auch der Lions Club Hochheim-Flörsheim auf dem Wochenmarkt präsent, um allgemeine Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, seinen aktuellen Lionswein zu verkaufen und um sein nächstes Benefizkonzert am kommenden Sonntag, den 22. Mai 2022 zu bewerben.

 

„Der von unserem Winzer und Clubmaster Fabian Schmidt kreierte Lionswein findet immer mehr Abnehmer“, freute sich Organisator Kai Gundlach, der diese Form der  Öffentlichkeitsarbeit und der Einnahmengenerierung erstmals in seiner vom ersten Coronajahr geprägten Präsidentschaft ins Leben gerufen hatte. Dass der Wein „sehr häufig sowohl geschmacklich, als auch in seinem Erscheinungsbild gelobt“ wurde, deutet darauf hin, dass die Lionswein-Interessenten nicht zum ersten Mal zum 2021er Blanc de Noir, 2020er Hofmeister-Riesling oder 2021er Chardonnay – im Übrigen allesamt trocken ausgebaut – gegriffen hatten.

 

Wichtig war dem Lions Club aber auch, sein Benefizkonzert mit „Denis Wittberg und seinen Schellack-Solisten“ am kommenden Sonntag, den 22. Mai 2022 um 17 Uhr in der Aula des Flörsheimer Graf-Stauffenberg-Gymnasiums zu bewerben. Wer sich nicht direkt zum Kauf von Eintrittskarten für die Schlager der 1920er Jahre sowie die Bigband der Schule im Vorprogramm entscheiden konnte, wurde auf die Abendkasse verwiesen, bei der auch noch vor Ort spontan Karten erworben werden können.

Marcus Neuhaus | Alexander von Renz | Kai Gundlach | Veit Kappen

Deutschkurse für aus der Ukraine Geflüchtete | Mai 2022

Unterstützung für „TOM hilft – Integration in Flörsheim“

von Holger Nicolay

Der Lions Club Hochheim-Flörsheim unterstützt die Deutschkurse der Initiative „TOM hilft – Integration in Flörsheim“ mit einer Spende zur Anschaffung von Lehrmaterial für aus der Ukraine geflüchtete Menschen.

 

Seit über einem Monat geben 15 Ehrenamtliche täglich über vier Stunden intensiven Deutschunterricht. Viele Frauen, wenige Männer und einige Jugendliche, die noch nicht in eine reguläre Schule aufgenommen werden konnten, bilden zwei Gruppen von regelmäßig 15 bis 25 wissbegierigen und motivierten Schülerinnen. Manche bringen Englisch- oder grundlegende Deutschkenntnisse mit, anderen wird die Sprache, angefangen mit Begriffen des tagtäglichen Lebens, anhand von Symbolen oder gestikulierend beigebracht.

 

Zu solch einer gut gelaunten Gruppe in den Tagungsräumen der Mitsubishi-Bank stieß dieser Tage der Vize-Präsident des Lions Clubs Hochheim-Flörsheim, Heinz-Peter Kohl hinzu, um die vom Lions Club gespendeten Lehrbücher symbolisch zu übergeben. Kohl betonte die deutsche Solidarität mit der Ukraine sowie die hiesige Willkommenskultur, auch fand er anerkennende Worte für die schwierige Situation der Geflüchteten.

 

Den Unterricht hielt da gerade Gerit Elisa Kaus ab, die als Vorstandsmitglied bei „Stern des Südens“ und Turnverein auch maßgeblich an der Organisation der Deutschkurse beteiligt ist. Diese gehen auf eine Initiative von Tim Göhlich zurück, der mit seiner Firma T.O.M GmbH kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine erste Hilfslieferungen initiiert hatte.

Heinz-Peter Kohl bei der Übergabe

„Ein Kollege aus Köln organisierte Transporte an die Ukrainische Grenze“, berichtet Göhlich von den Anfängen seiner Aktivitäten. Aus dessen Frage nach Unterstützung wurde spontan die Idee geboren, selbst etwas zu unternehmen. Mit der überwältigenden Unterstützung von Ärzten, Apotheken und Privatleuten der Umgebung sei „die Hilfsbereitschaft dann total eskaliert“, so Göhlich weiter. All die gespendeten Hilfsgüter wurden mit einem Konvoi aus elf Fahrzeugen an die Ukrainische Grenze gebracht, hierfür mussten kaum zwei Tage vor dem geplanten Transporttermin „noch schnell zwei weitere Tieflader organisiert werden“.

Das so in Windeseile entstandene Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und Vereinen sorgte auch für die Unterbringung der auf dem Rückweg mitgenommenen Geflüchteten. Unter dem mittlerweile über Facebook und Mundpropaganda eingeführten Namen „TOM hilft – Integration in Flörsheim“ organisiert die Initiative seither auch den Deutschunterricht.

 

Heute helfen die kostenfrei zur Verfügung gestellten Tagungsräume der Mitsubishi-Bank, die Bücherspende des Lions Clubs, die administrative Unterstützung der Bürgerstiftung Flörsheim, zahlreiche Ehrenamtliche aus Flörsheimer Vereinen und die Brötchen-Spenden der „Broterben“ aus Weilbach mit, dass Deutschunterricht tagtäglich und in angenehmer Atmosphäre gegeben werden kann.

Denn dass geeignete und intensive Angebote zum Spracherwerb fehlten, wurde den ehrenamtlichen Helfern schon in den ersten Tagen klar. Und so wurde der Deutschunterricht viel früher als dies die öffentliche Hand oder eine Volkshochschule leisten könnte, und noch vor einer formalen Vereinsgründung der Initiative

 

„TOM hilft – Integration in Flörsheim“

 

auf die Beine gestellt.


Sanierung des Mahnmals in Hochheim | April 2022

Mahnmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs

von Holger Nicolay

Die Denkmalpflege ist in den Lions-Statuten als Förderziel festgeschrieben, kommt aber oftmals zu kurz, weil es sich hierbei oft um sehr vorbereitungsintensive und kostspielige Projekte handelt. Dennoch widmet sich der Lions Club Hochheim-Flörsheim in diesen Wochen nach umfangreicher Vorarbeit dem Mahnmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges, um so das Andenken an die seinerzeit gestorbenen Hochheimer Bürger zu bewahren.

„Bereits in meinem ersten Präsidentenjahr 2015/16 konnten die Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim und wir Lions das Denkmal für die Verstorbenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 am Geheimrat-Hummel-Platz restaurieren. Diesmal wollen wir uns – wiederum gemeinsam – dem Mahnmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges am südlichen Ende der Kirchstraße widmen und so das Andenken an zahlreiche Hochheimer Bürger bewahren“, beschreibt Lions-Präsident Alexander von Renz das Projekt.

 

Erste Arbeiten vor Ort laufen bereits, zuerst wurden die Fugen des Mahnmals abgestrahlt und so von Flechten und Verunreinigungen befreit. Dem gingen etliche Vorgespräche voraus: Zwischen Alt-Hochheim und Lions Club, mit der Stadt Hochheim und auch den verschiedenen Denkmalbehörden auf Kreis- und Landesebene.

 

Diese nicht immer einfachen Gespräche zu Details der Sanierung sind bei weitem noch nicht abgeschlossen, berichtete dieser Tage Ulrich Schulz, der Geschäftsführer des Steinmetzbetriebs Sauer GmbH aus Budenheim, der mit Lions und Alt-Hochheim auch bereits das Denkmal für die Verstorbenen des deutsch-französischen Krieges restaurierte:

 

„Je intensiver wir uns mit den Schriftplatten beschäftigen, desto mehr sehen wir Hohllager und Risse. Nach früheren Restaurierungsversuchen hat sich oftmals kein Verbund zwischen Schale und Untergrund gebildet, auch Oberflächen haben sich abgelöst, vielfach zeigen sich Risse und Abplatzungen.“

Ulrich Schulz Firma Sauer | Alexander von Renz Präsident Lions Hochheim-Flörsheim | Klaus Umstätter Arbeitsgemeinschaft Alt Hochheim

Dass auch die Stadt Hochheim mit Vorfreude auf die anstehenden Arbeiten schaut, hatte Bürgermeister Dirk Westedt zuletzt beim Frühlingsempfang des Lions Clubs bekräftigt:

 

„Eine gute Sache“

 

sei das Engagement der beiden Hochheimer Vereine Alt-Hochheim und Lions Club für den Erhalt der historischen Denkmäler: Neben der akuten Hilfe für derzeit vom Krieg bedrohten Geflüchteten aus der Ukraine stehe hier die Erinnerung und Mahnung vor dem unsäglichen Lied eines jeden Krieges im Vordergrund.

 

Bereits im Juli 2020 hatten Alexander von Renz vom Lions Club Hochheim-Flörsheim und Klaus Umstätter von der Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim die Idee zur gemeinsamen Renovierung des Denkmals entwickelt, quasi als Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit am Geheimrat-Hummel-Platz sechs Jahre zuvor.

 

Dabei können sich die Lions auf die Expertise von Alt-Hochheim verlassen, denn Elisabeth Bratsch hatte bereits im Vorfeld Recherchen zum Mahnmal und seiner Historie angestellt:

 

"Zahlreiche Hochheimer kämpften im ersten Weltkrieg für die vermeintlich gute Sache, die letzten Endes so viel Leid in die meisten der damaligen Hochheimer Familien trug."

Firma Sauer GmbH

Die Namen von 125 Gefallenen jüdischen Glaubens stehen neben denen von christlichen Hochheimern. Auch sind Mannschaftsgrade wie Wehrmann, Kanonier oder Musketier ohne Unterschiede zu machen gleich neben Offizieren aufgeführt. So bekannte Hochheimer Namen wie Weilbächer und Luschberger, Treber und Stichel sind dort zu finden, aber auch Familien wie Siegried, Simon und Enders hatten oftmals gleich mehrere Opfer zu beklagen. 125 Gefallene bei nur gut viertausend Einwohnern Hochheims im Jahr 1914 geben Zeugnis ab vom unsäglichen Leid des Unsinns Krieg.

 

In den kommenden Wochen stehen weitere Restaurierungsarbeiten an, insbesondere an den die Namen tragenden Sandsteinplatten sowie an den Kreuzen beiderseits des Mahnmals.

Der Lions Club Hochheim-Flörsheim und die Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim hoffen hierfür auf weitere Unterstützer und Spenden:

 

Spendenkonto der Arbeitsgemeinschaft Alt-Hochheim
Mainzer Volksbank, Hochheim
DE26 551 900 00 0129999140


Sich der Pandemie aktiv entgegen stellen | März 2022

Weit über 2000 Corona-Impfungen durch den Lions Club Hochheim-Flörsheim

von Holger Nicolay

Basierend auf einer Idee von Präsident Alexander von Renz und der Möglichkeit, durch Veit Kappen, seines Zeichens Facharzt für Innere Medizin und Facharzt für Arbeitsmedizin, Impfstoff beziehen zu können, wurden zwischen Juli 2021 und Januar 2022 Impfungen gegen das Coronavirus angeboten.

Zwölf Impftermine, davon fünf große öffentliche auf dem Hochheimer Wochenmarkt und zwei vor den Flörsheimer Kolonnaden für die Öffentlichkeit, hat der Lions Club Hochheim Flörsheim organisiert. Fünf weitere Impftermine wurden für Hochheimer und Flörsheimer Schulen sowie in Zusammenarbeit mit dem Hochheimer Rathaus – vornehmlich für Senioren und Geflüchtete – angeboten. Insgesamt rund 2.000 Impfungen wurden so durchgeführt.

 

Im Sommer war die Resonanz noch verhalten, fünfzig Impfungen an einem Vormittag schienen ein gutes Ergebnis zu sein. Zum Zweitimpfungstermin einen Monat später hatte sich die Anzahl der Impflinge fast verdoppelt. Darunter eine hohe Anzahl an Erstimpfungen, so dass der Club sein Engagement fortsetzte. Beim folgenden Termin Ende Oktober – die herannahende Winterwelle war bereits präsent – wurden die verabreichten Impfungen auf knapp zweihundert abermals verdoppelt.

 

 

Das Impfteam in Hochheim

Nach der Impfung wurden frisch über der Holzkohle gegrillte Bratwürste angeboten und der eigene Lionswein verkauft. „Obwohl wir die Bratwürste als zusätzliche Motivation zum Impfen ausgelobt hatten, kamen die Impflinge aus Überzeugung – die meisten mussten wir explizit an den Imbiss erinnern“, freute sich Lions-Vizepräsident Heinz-Peter Kohl, der für die Organisation der Impftermine in Flörsheim verantwortlich zeichnete.

 

Zwischenzeitlich wurden auch Erst- und Zweitimpfungen mit der Hochheimer Stadtverwaltung für dezentral wohnende Senioren und Geflüchtete organisiert. Zudem waren die Lions zur Stelle, um Lehrkräfte der Flörsheimer Schulen sowie die Bewohner und Mitarbeiter des Hochheimer Antoniushauses, einer Einrichtung für Schwerstmehrfachbehinderte, mit Auffrischungsimpfungen (sogenannte „Booster“) zu versorgen. Über dreihundert Impfungen kamen so zustande.

Bürgermeister Dirk Westedt und Alexander von Renz

„Wir präsentierten unsere Impfangebote in einem Zeltpavillon

auf dem Hochheimer Wochenmarkt bewusst niedrigschwellig

und ohne Voranmeldung.

Neben der konkreten Hilfe für unsere Mitbürger

sorgten wir so für viel Aufmerksamkeit“

 

(Präsident 2021/22 Alexander von Renz)

Möglich wurde das Impfangebot des Lions Clubs Hochheim-Flörsheim durch sein Mitglied Veit Kappen. Als Facharzt für Innere Medizin und Facharzt für Arbeitsmedizin konnte er auf die stets ausreichende Menge an mRNA-Impfstoffen zugreifen, leitete die Impfungen und hatte zudem umfangreiche Vor- und Nachbereitung zu leisten. „Im Spätsommer hatte die Impfkampagne wieder Fahrt aufgenommen“, zeigte sich der Mediziner aus Leidenschaft vom Angebot seines Lions Clubs überzeugt, „und in den letzten Wochen des Jahres 2021 wurden wir von den Impfinteressierten nahezu überrollt.“

 

Dass dies nicht zu übermäßigen Wartezeiten führte, ist der umsichtigen Planung des Lions Clubs Hochheim-Flörsheim und des Engagements einer Vielzahl seiner Mitglieder zu verdanken: „Wir haben im Vorfeld auf die online bereit gestellten Aufklärungsdokumente verwiesen, die Wartenden an mehreren Infoständen parallel betreut und beraten und dann an vier voneinander abgetrennten Impfstationen in einem Zelt geimpft“, beschrieb Alexander von Renz den logistischen und personellen Aufwand. „Aber es hat sich gelohnt: Wir bekamen viel positives Feedback aus der Bevölkerung. Auch konnten wir uns im Vorfeld der notwendigen Unterstützung der Verwaltungen sicher sein. So machte selbst der zwölfte Impftermin noch Spaß.“

 

Im Januar 2022 hatte die Nachfrage nach Impfungen dann merklich nachgelassen, aber nun hatte der Lions Club Hochheim-Flörsheim auch erstmals den neuen Kinderimpfstoff von BioNTech im Angebot, der ebenso wie Auffrischungsimpfungen auf reges Interesse stieß.

 

Rund 2000 Impfungen insgesamt sprechen für sich. „We serve“ einmal ganz praktisch umgesetzt, nicht indirekt mit Geldspenden, sondern ganz pragmatisch vor Ort, stets wo die Hilfe am meisten gebraucht wird.

Olaf Lassalle | Alexander von Renz | Michael Malhotra | Veit Kappen
 
Lions Club Hochheim Flörsheim | Gesamtdistrikt 111 Deutschland [-cartcount]